Kritiken: Gert Voss als Mephisto

Faust

 

"Anders Gert Voss. Der Mann kann alles und muss es nicht mehr beweisen. Lässig streunt er über die Bühne, mit dem schwankenden Gang, den der Filmschauspieler Heath Ledger als Joker geprägt hat. Auch der rot geschminkte Mund und die ungewaschenen Haare erinnern an den Psychopathen aus dem Batman-Film "The Dark Knight". Es ist unmöglich, den Blick von diesem Teufel zu wenden. Pudel müssten erbost ihr Abo zurückgeben, könnten sie sehen, wie er sie nachäfft. Das Publikum lacht wie sonst nie bei "Faust"."

 

Kleine Zeitung

 

 

"Der glorios gealterte Voss, mit phallischer Fasanenfeder am Zigeunerborsalino und geschminkten Mimenlippen, macht bereits als verwöhnt knurrender Pudel klar, dass er hier das Burgherrchen ist. Proteushaft packt er mindestens vier Rollen in seinen Teufel. Mal gibt er mit weibischer Gestik die cholerische Tunte, mal den tölpeligen Clown aus der Olsen-Bande, mal einen Schöngeist, der melancholisch am Lolli lutscht, und mal den charmanten Wahlkämpfer, bei dessen Höllenpartei alle ihr Kreuzchen machen. "

 

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

 

"(...) Und Voss, der wunderbarste Komödiant nicht nur des Wiener Burgtheaters, reißt sich die Larve des Mephisto wie einen Faschingsputz vor das Gesicht. Mit hängenden Mundwinkeln, vor einer Brecht-Gardine ("Himmel") stampfend gegen Gott den Herren aufbegehrend (Kirchner), mimt er den aasigen Clochard aus den Randbezirken der abendländischen Moraltradition. (...) "

 

Der Standard

 

 

"(...) Voss ist ein schmieriger, tödlich scharfer Clown. Auch er kommt nur in „Faust I“ zum Einsatz. Da gibt er aber alles, was er hat, und das ist reichlich viel. Er trägt zuweilen knöchelkurze Hosen, seltsame Kopfbedeckungen, eine Jacke für Halbstarke, auf der „Magic“ steht. Er zaubert tatsächlich, besonders im Duett mit der köstlichen Maria Happel als Witwe Marthe. Auch die Chemie zwischen Voss und dem souveränen Ignaz Kirchner in Mehrfachrollen stimmt."

 

Die Presse Online