Portrait Gert Voss

Requiem für einen Spion

 

"(...) Allein den Schauspielern ist es zu verdanken, dass die Uraufführung ein Triumph wurde. Sie fanden - zusammen mit Tabori - eine Form für das Ungeformte. Wie Voss in höchster Erregung zappelt; wie er im Zorn einen tiefen Graben in seine Stirn gräbt von der Nasenwurzel bis zum Haaransatz; wie er seinen Gegner Samarovski, der ihn zuvor liebevoll wie Mama auf seinem Schoß wiegte, erst schlägt und dann, Bruchteile von Sekunden später, streichelt, die Geste verkehrt, so dass aus der Ohrfeige ein sanftes Ohrkitzeln wird; wie er den agressiven wilden Schlägerblick wendet in ein kuhäugig-verklärtes, triefendes Glotzen; wie er sich (ver)wandelt: Das können wenige deutschsprachige Schauspieler ähnlich perfekt, ähnlich genau. (...)"

 

Süddeutsche Zeitung, 19./20.6.1993