Fin de Partie
"(...) Taboris ENDSPIEL findet auf dem Theater statt und meint zunächst nichts als das Theater. Aber wie dann diese beiden mauligen Mimen sich ins Stück finden, um im Stück ihr Leben zu finden, das ist fesselnd: humorvoll und rührend, banal und tief bewegend. (...) Gert Voss lässt uns die ganze menschliche Ungeborgenheit spüren und die hoffnungslose Sehnsucht hinter Hamms tönender, tönerner Herrlichkeit, oft ganz leise sprechend, dann wieder verzweifelt auffahrend, sich in die große Pose flüchtend und sich zugleich darin armselig verlierend. (...) An diesem sonderbaren Abend geht uns diese kleine, banale Menschentragödie mehr an als alle großen Endspiele dieser Welt."
Die Deutsche Bühne, März 1998
"(...) Voss und Kirchner treffen sich auf der leeren Bühne zur Endspiel-Probe. >Regisseur< Voss könnte man dabei für Peymann halten, wenn er nicht leicht rheinisch spräche wie Flimm. Voss also nölt rum, dass Kirchner zu spät kommt, ihm keinen Kaffee mitgebracht hat, dass das Licht nicht trübe genug ist. Dieser Kirchner zieht mit Kreidestrichen die Umrisse des Raumes auf den Bühnenboden (...) und zeichnet zwei Kreise als Platz für die Mülltonen, in denen laut Beckett Hamms Eltern Nagg und Nell vegetieren. Aber auch diese sieht man nicht (...) Und mit einem Mal sind wir mittendrin im Beckett. (...) Immer wieder, selbst in den erschütterndsten Voss'schen Monologen, wird der Zuschauer auf den Boden der Proben zurückgeholt. (...) Nach zweieinhalb Stunden waren die kritischen, verwöhnten Wiener aus dem Häuschen. Zu Recht. Sie hatten Außergewöhnliches erlebt. (...)."
Hamburger Abendblatt, 2.2.1998

