Kritiken: Gert Voss als Macbeth

Macbeth

 

"(...) Gert Voss schmeichelt dem Hasardeur Macbeth brilliant: Er gibt dieser Figur eine genießerisch witzige Gewinnerpose, zelebriert kiebig den Stolz auf den Mord, solange der Mord nicht getan ist. Kurz davor und lange danach aber bewegt er sich wie ein Zerrissener. Er zerfällt in das Kind, das ein mörderisches Spielzeug in die Hand bekam, und in den Erwachsenen, der entsetzt auf die Folgen des Spiels starrt. Voss zeigt schön die Schizophrenie des Mörders. Er weint unter Gemeinheiten, lacht unter Schrecken. (...)"

 

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.2.1992

 

 

"(...) Es ist immer noch außerordentlich, wie Gert Voss gerade den Wechsel der Gefühlslagen einer Figur über-setzen kann, wie er die Übergange zwischen der Machtgier des Macbeth und dessen Ängsten nuanciert, Voss zieht da viele Register. (...)"

 

Frankfurter Rundschau, 11.2.1992

 

 

"Und Macbeth spielt Gert Voss.... Höher kann heute keine Inszenierung ansetzen als mit diesem Darsteller. Gert Voss tritt niemals als ein schwerer Mordheld auf, nicht als macht-geiler Finsterling. Er ist in den besten Augenblicken ein Teufelsspieler, ein Mephisto in sterblicher, irrender Menschengestalt, kein Trampler und Töner - ein Tänzer im Blut, ein leichter Tollkopf, und als alles verdorben, verloren ist, ein Sysyphos der amoralischen Lust und Last, die um ihrer selbst willen, ohne Hoffnung, ohne Verzweiflung mit absurder Grausamkeit zu Ende gebracht werden muss..."

 

Theater heute, 4/1992